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Sportlehrer

Interview mit Johannes Sonntag, Sportlehrer bei der TG

Momentan laufen Fusionsgespräch zwischen der ATB und der TG, Ziel ist ein Zusammenschluss der beiden Sportvereine, die in der Vergangenheit schon eng zusammengearbeitet haben, u.a. im Bereich Handball oder Kinderturnen. Der Zuzug vieler Neubürger und deren Kinder stellen auch an beide Sportvereine eine Herausforderung dar. Aus diesem Grunde hat die TG Heddesheim neu einen Sportlehrer fest eingestellt.

Im folgenden Interview stellt sich Johannes Sonntag vor und zeigt seinen sportlichen Werdegang auf.

  • Johannes, du bist seit Anfang Mai bei der TG Heddesheim als Sportlehrer angestellt, was hat dich bewogen, nach Heddesheim zur TG zu kommen?

Das hat sich aus meinem Studium ergeben. Ist eine längere Geschichte: Ich bin sehr verwurzelt mit dem Sport. Ich habe schon immer eine Begeisterung für den Sport gehabt. Und wollte auch in diesem Bereich bleiben und deshalb habe ich im Bachelor Fitnessökonomie studiert und dann Sportwissenschaften im Master in Jena studiert. Da habe ich entschieden, dass ich im Sport tätig sein will. Es ist so, dass ich seit meinem vierten Lebensjahr Tennis spiele und dann auch sehr schnell mit der F-Jugend im Fußball begonnen habe und kann mich eigentlich für jede Sportart schnell begeistern. Und seit der frühen Kindheit hat mich der Verein begleitet und es hat mir in meiner Jugend so viel gegeben, so viel Halt, so viele Freundschaften sind entstanden und deshalb habe ich gesagt, möchte ich im Verein tätig sein und einen Verein unterstützen in die Zukunft zu gehen, was in der aktuellen Zeit sehr schwierig ist. Das war mein Beweggrund mich hier zu bewerben und gebe auch seit meinem Studium Kindersport und Kindertraining und freue mich darauf dies hier tun zu können und noch andere Aufgaben übernehmen zu können.

  • War dir bekannt, dass in Heddesheim ein reichhaltiges Angebot an Sportstätten vorhanden ist?

Nein, ehrlich gesagt gar nicht. Ich hatte mich auf die Ausschreibung beworben und es klang sehr viel versprechend und als ich hier das erste Mal zum Kennenlernen war, war ich überwältigt. Ich kenne das nicht so. Ich komme vom Land und wenn ein Dorf einen Verein hat ist das schon gut, aber ich komme aus Welgesheim (Rheinhessen) und muss für den Sport in das nächste Dorf fahren und hier hat man alles fußläufig und die Auswahl ist riesig. Allein mit dem Badesee, Stadion und Hallenbad nebendran und dann verschiedene Hallen natürlich auch. Aber vor allem, dass die Vereine auch nah beieinander sind. Tennisverein, die ATB und TG gegenüber zu haben, das war schon beeindruckend. Sogar eine Eisfläche glaube ich auch.

  • Ja, ein Eisstadion, eine Reithalle und ein Golfplatz in der Nähe.

Genau, das war schon beeindruckend als ich hier beim Kennenlernen war und hat mir nochmal gezeigt, dass es gut war hierher zu kommen, weil alles fußläufig ist und für die Arbeit ein schönes Gefühl.

  • Du bist hier bei der TG Heddesheim als Sportlehrer, Ausbilder, sportlicher Leiter tätig?

Ja genau. Es war ausgeschrieben als Sportlehrer und sportliche Leitung. Vor allem im Hinblick auf den neuen Sportkindergarten, der hier hinkommt und weil die beiden Vereine ATB und TG fusionieren. Mein Hauptaufgabenfeld ist erstmal im Bereich „Kinder und Jugendliche“: Im Turnen habe ich bereits mehrere Gruppen übernommen, ich bin jetzt auch schon mal beim Karatetraining dabei und werde mein Aufgabengebiet immer weiter ausbauen. Es gibt ein paar neue Sachen, die wir angehen werden wie Kindersport, das dann sportartenübergreifend ist, damit die Kinder auch mal verschiedene Abteilungen kennenlernen, verschiedene Sportarten und dann mal schauen, was noch so ansteht. Was für neue Projekte ich hier verwirklichen kann mit dem Verein natürlich. Das wir das mit dem Vorstand und der Geschäftsstelle dann auch umsetzen können und darauf freue ich mich. Jetzt wird es erstmal so sein, jede Abteilung und jede Sportart, die der Verein praktiziert, kennenzulernen.

  • Ist dir bekannt, dass wir mehrmals im Jahr in Heddesheim Feriencamps als Sportcamps veranstalten, wirst du da auch tätig sein?

Auf jeden Fall weiß ich davon und werde die hier von IGSH koordinierten Projekte, so kenn ich das vom Verein, tatkräftig unterstützen. Ich habe als Tennis- und Fußballtrainer gearbeitet, da war es immer so, dass man auf Fußballturniere geht oder das einfach Feriencamps veranstaltet werden und das kenne ich schon seit ich Trainer bin und das gehört einfach auch zu meinem Aufgabengebiet dazu.

  • Wo warst du bisher als Trainer oder Sportlehrer tätig?

Das war immer stationsabhängig. In meinem Bachelorstudium war ich nebenberuflich als Sportlehrer tätig und habe nachmittags Sport-AGs an einer Grundschule für die 1. Bis 4. Klasse angeboten. Das war auch immer sportartenübergreifend. Dann ging‘s weiter, dass ich meinen Trainerschein im Tennis gemacht habe, also Leistungssport. Da habe ich Kinder-, Jugend- und Erwachsenentraining ausgeübt für Erwachsene Anfänger und habe Grundschul-AGs geleitet und das habe ich dann auch in Erfurt gemacht. Als ich zu meiner Frau gezogen bin, die dort studiert und gearbeitet hat. In Erfurt habe ich auch Grundschul-AGs im Tennis geleitet und habe nebenher noch bei der Mitteldeutschen Ballschule gearbeitet. Da war ich als Sportlehrer oder Trainer für Kindergärten zuständig. Die haben speziellen Fokus auf den Ball und dass die Kinder im Umgang mit dem Ball trainiert werden. Ich habe noch eine Fitnesstrainer-Lizenz, da ich Fitnessökonomie studiert habe und so habe ich meine Erfahrungen gesammelt.

  • Das heißt, du bringst auch Erfahrungen mit für den noch zu gründenden Sportkindergarten hier in Heddesheim?

Ja, auf jeden Fall. Ich habe in Erfurt Einblicke erhalten, kannte dort jeden und konnte die Abläufe miterleben. Da meine Mutter Leiterin einer Kindertagesstätte ist, stand ich dort auch im regen Austausch mit ihr und war jetzt auch sechs Monate von November letzten Jahres bis jetzt als Aushilfs-Erzieher tätig und konnte die Arbeit der Vorschüler begleiten. In einer Reggio Einrichtung in Bingen und habe wöchentliche Sportstunden mit dem Zeitvolumen von 90 Minuten durchgeführt. Das habe ich auch sportartenübergreifend mit motorischen und koordinativen Übungen gemacht.

  • Du hast einen reichhaltigen sportlichen Werdegang. Was genau sind deine Schwerpunktsportarten?

In meinem zweijährigen Masterstudium hatte ich nur einen Praxiskurs und das war Volleyball. Das war eine super interessante Sportart und es hat auch sehr viel Spaß gemacht und hat meinen Horizont erweitert. Meine Kernsportarten sind wirklich Tennis und Fußball. Seit meiner frühen Kindheit bin ich in diesen Sportarten tätig. Bis heute spiele ich auch noch Tennis. Ich hoffe, dass wir im Juni die Medenspiele spielen dürfen und freue mich schon sehr darauf. Ich lerne aber hier dann auch noch Turnen und Karate kennen. Ich hatte heute Morgen noch Turnstunden und werde noch jetzt im Turnen und Karate ausgebildet. Ich bin sehr vielfältig aufgestellt und interessiert daran, andere Sportarten kennen zu lernen. Mein Fokus liegt darauf, auch den Kindern die Möglichkeit zu geben, andere Sportarten kennen zu lernen.

  • An Tennisinfrastruktur haben wir auch einiges zu bieten. Eine große Halle mit drei Plätzen und zehn Freiluftplätzen. Da wirst du dich dann betätigen und selbst Sport treiben können.

Auf jeden Fall. Ich habe schon überlegt die Tennistasche einzupacken. Ich habe schon gehört, dass der Vorsitzende Wolf-Günter Janko gerne Tennis spielt und vielleicht können wir dann eine Runde zusammen spielen.

  • Wenn im Fernsehen zeitgleich ein Autorennen und ein Tennisturnier gesendet wird, für welche Sportart, welche Übertragung würdest du dir anschauen?

Da ich aus der Sportart komme, immer Tennis. Vor allem die großen vier Grand-Slam Turniere sind bei mir immer an der Tagesordnung, aber durch die Zeitverschiebung immer ein bisschen schwierig anzuschauen. Eine Sportart wie Autorennen spielt bei mir dann doch eine unter geordnete Rolle. Ich schaue ab und zu mal rein in die Formel 1, aber das muss nicht unbedingt sein. Ich hatte das Glück die Australien Open auch Live zu verfolgen. In meinem Auslandsjahr in Australien habe ich das Turnier besucht und konnte zwei Tage reinschnuppern. Es war unglaublich interessant.

  • In welchen Abteilungen bei der TG wirst du überwiegend unterstützend tätig sein?

Es wird jetzt am Anfang so sein, dass ich im Turnen tätig bin. Darauf ist erstmal das Hauptaugenmerk gesetzt. Dort habe ich bereits Doris Ternes und Heidi Kessler kennen gelernt. Katharina Petri unterrichtet mich aktuell im sportlichen Bereich, da ich nicht aus der Sportart Turnen komme. Da werde ich überwiegend eingesetzt. Im Karate unterstütze ich jetzt auch. Dort wurde jemand für das Training gesucht und man ist fündig geworden. Ich unterstütze freitags Heike Kayser beim Kinderkarate. Darüber hinaus versuche ich in jede Abteilung reinzuschnuppern und die Beteiligten zu unterstützen. In erste Linie geht es darum, überall Erfahrungen zu sammeln.

  • Deine Schwerpunkte hast du ja eigentlich schon genannt oder die Sportarten. Liegt dir eine Sportart besonders am Herzen außer Tennis, das wir im Verein nicht anbieten?

Ich glaube, dass wir hier in Heddesheim ein gutes Spektrum haben, was an Sportarten abgedeckt wird. Mit der IGSH hat die Gemeinde eine Organisation, die die Vereine miteinander verbindet und bietet dadurch die Möglichkeit, in anderen Vereine reinzuschnuppern. Ich glaube das sollte auch das Ziel sein. Kinder sollten alle Sportarten kennen lernen. Sonst habe ich keine Lieblingssportart. Einen Schwerpunkt bei welcher ich überwiegend tätig sein werde habe ich noch nicht gesetzt. Die ersten vier Wochen werden kennen lernen sein und dann mal schauen, wie sich die Stunden verteilen.

  • Gibt es aus deiner Sicht irgendwelche Trendsportarten, die die TG mitaufnehmen könnte? Oder ist die Frage zu früh gestellt?

Dieses Thema habe ich auch in meinem Bewerbungsgespräch angesprochen. Ich finde es wichtig, dass wir erstmal das Thema Inklusion angehen und Integration. Das sind Themen, die für mich wichtig sind. Vereinssport kann jedem Menschen das Gefühl gegeben, dazu zu gehören; das ist ganz wichtig. Bei meiner Masterarbeit ging es um das Thema E-Sport und welche Erfolgsfaktoren erfüllt sein müssen, um eine E-Sport-Abteilung in einem Verein zu gründen.

  • Was ist E-Sport?

E-Sport ist elektronischer Sport. Also im Prinzip das Gaming am PC oder an der Konsole. Da gibt es den Konflikt, ob E-Sport als Sport angesehen werden kann oder nicht. Trotzdem gehört es in der heutigen Zeit zur Jugendkultur in Deutschland. Es wird von vielen ausgeübt und vor allem von vielen Kindern gespielt. Dieses Thema würde ich gerne verfolgen. Ob wir das hier in dem Verein integrieren können, ist erstmal offen, da sollte ein Konzept erstellt werden, damit viele Kinder erreicht werden können und der Verein davon profitiert. Dabei geht es um das Thema Digitalisierung im Verein, da die Kinder die E-Sport ausüben, technisch versiert und affin sind. Dadurch können sie sehr viel mit einbringen.

  • Was muss ein Sportverein, was muss die TG tun, um Menschen aus den Studios hin zu den Vereinen zu holen?

Ich glaube rausholen ist die falsche Intention. Ich glaube, dass man miteinander harmonieren muss. In erster Linie sollte jeder etwas für die Gesundheit seines Körpers machen, da kann ein Verein ein Gesundheitssportangebot machen, aber der Verein hat nicht die Infrastruktur mit den Geräten. Ich glaube das ist schwierig. Es muss eine gute Balance gefunden werden. Im Verein geht es in erster Linie darum mit seinen Freunden den Sport zu betreiben den man mag. Es sollte dabei Hand in Hand gehen. Es sollte ein großes Sportangebot für jeden geben, dass immer mehr Menschen in die Vereine kommen. Es können beide voneinander profitieren.

  • Was fasziniert dich an der sportlichen Betreuung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen?

Das ist natürlich zum einen die soziale Komponente, wenn ich ein Mannschaftssport mache, dass ich da auch Fair Play walten lasse und mit meinen Mannschaftskollegen über Sieg und Niederlage freue und ärgere. Es geht dabei um die Gemeinschaft und dass man das zusammen erlebt. Als Trainer muss ich das vermitteln können und als gutes Vorbild vorangehen. Es geht dabei auch um die Begeisterung für den Sport. Die muss ein Trainer den Kindern heute vermitteln können, damit sie von drinnen nach draußen gehen und sportlich aktiv werden. Es ist wichtig, dass sie wieder aktiver in den Verein kommen und dass sie sich wieder motorisch und koordinativ bewegen. Sie sollen ihre Lieblingssportart entdecken und wenn ich als Trainer sehe, wie viel Spaß die Kinder haben und stolz sind, wenn sie was Neues gelernt haben. Dass gibt mir als Trainer sehr viel und bestärkt mich darin weiterzuarbeiten. Bei Erwachsenen sieht es genauso aus. Wenn Erwachsene sehen, wie schnell sie allein ohne viel Training Tennis spielen können, dann bestärkt mich das weiterzumachen.

  • Jetzt habe ich noch eine Abschlussfrage. In rund zwei Monaten beginnen die olympischen Spiele. Für welche Sportarten interessierst du dich und welche wirst du dir bevorzugt anschauen?

Eine spezielle Sportart habe ich nicht, die ich verfolge. Meine Frau und ich schauen sehr gerne Bodenturnen. Diese Athletik und das Künstlerische bei den Vorführungen haben uns sehr beeindruckt. Ich schaue mir auch sehr gerne Schwimmen an und bin da nicht auf eine Sportart fokussiert. Ich interessiere mich für jede Sportart. Leichtathletik ist auch sehr interessant. Wir hoffen mal, dass die Spiele stattfinden können, dass die Athleten eine Plattform haben, um sich zu zeigen. Trotzdem ist es wichtig, dass die Hygieneregeln eingehalten werden und die Gesundheit der Athleten und der Einwohner geschützt wird. Kann das vom Veranstalter nicht gewährleistet werden, sollten die Spiele verschoben werden. Die Gesundheit geht immer vor.

Sei herzlich willkommen in Heddesheim. Ich danke für dieses Gespräch und wünsche dir ein glückliches Händchen und viel Erfolg bei deiner Tätigkeit in der TG Heddesheim, bzw. dem neuen Sportverein.

© Das Gespräch mit Johannes Sonntag führte Dieter Matz, Mitglied im erweiterten Vorstand der TG.